Sie sind hier: Folgen für Betroffene

Die Folgen für die Betroffenen sind vielfältig

  • Innere Aufspaltung in verschiedene Teilpersönlichkeiten, die einen bestimmten Handlungs- und Erinnerungsraum besitzen. Diese Teilpersönlichkeiten sind oftmals trainiert, in bestimmten Situationen auf Auslöse-Reize hin in definierter Weise zu handeln oder sich in definierten Zuständen zu befinden. Damit fehlt der Person dann die Kontrolle über das eigene Leben.
  • Der Zugang zu den eigenen Ressourcen (Fähigkeiten, Wissen, …) ist somit sehr eingeschränkt und für die (häufig sehr intelligenten Klientinnen) nicht (oder nicht durchgängig) möglich. Die Möglichkeit zu adäquater beruflicher Ausbildung und Tätigkeit ist somit deutlich reduziert. Handlungsketten sind beständig unterbrochen und diskontinuierlich.
  • Die Belastbarkeit der Patientinnen für alltägliche Anforderungen wie Arbeit ist sehr reduziert – da es viel Energie braucht, bewusst präsent zu bleiben. Es kann zu ungewollten Flashbacks (Traumainhalte kommen ins Bewusstsein, als ob es gerade jetzt passiert) kommen. Schlaf- und Erholungsmöglichkeiten sind sehr reduziert, z.B. durch Alpträume und vitale Rückerinnerungen. Dies kann auch bedeuten, dass der Körper in Erstarrungs- und Lähmungszustände gerät, die ohne Hilfe oft auch Stunden andauern können.
  • Die Betroffenen leiden unter massiven Ängsten, Depressionen – es kann zu massiven Selbstverletzungen kommen (oftmals in Folge von antrainierten Verhaltensoptionen, die unter bestimmten Bedingungen wirksam werden). Klientinnen fühlen sich als Aliens mit ihrer Störung und versuchen im Alltag diese zu verbergen. Gute Soziale Kontakte sind so nur sehr spärlich möglich.

Einige Betroffenen erleben, im Alltag immer wieder absichtsvoll von Tätern getriggert zu werden, was dann definiertes Verhalten und Erleben auslösen kann - bisweilen werden sie auch von Tätern nochmals mitgenommen und gequält.

Ohne eine stabile Begleitung im Alltag und eine sichere Umgebung sind die Klientinnen ausgeliefert an Täter und Erinnerungen der Gewalt-Erfahrungen. Daher ist eine äußere Sicherheit unabdingbar. Ambulante Therapie alleine reicht nicht aus, hier wirksam etwas entgegenzusetzen. Es bedarf eines sozialen und sicheren Lebensraumes, mit auf diese Klientel zugeschnittenen Bedingungen.

Die Angebote im psychiatrischen Versorgungsbereich passen nicht für diese Klientel. Die Einschränkungen bei psychiatrischen Langzeiterkrankungen sind in der Regel zeitstabil und können profitieren von medikamentöser Unterstützung. Die Einschränkungen bei dissoziativen Klientinnen variieren im Ausmaß wesentlich mehr, die medikamentöse Ansprechbarkeit ist kaum gegeben.

Daher hat eine gemeinsame Behandlung keine Aussicht auf Erfolg.